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Le Fly

Le Fly

Sechs Männer wollen trümmern und donnern. Daher kreierten die Jungs von Le Fly kurzerhand einen völlig neuen Musik-Stil: St. Pauli Tanzmusik.
www.lefly.de
www.myspace.com/fliegmitlefly

Sankt Pauli: Das Pflaster für alle Freunde schrillen Lebens. Dort, wo sich Hamburgs Glamour und Schmutz so selbstverständlich mischen wie die Körpersäfte der Herbertstraßen-Freier mit denen ihrer auserwählten Kurzbegleiterinnen. Wo die Kunst des Lebens jenseits der Konvention zu einer Religion wird, die nur ein Gebot kennt: Leb’ wie Du willst. Mach deinen Kram. Wir mögen dich trotzdem.

Wie muss eine Band klingen, die von sich selber sagt, „St. Pauli Tanzmusik“ zu machen? LeFly haben das Rezept gefunden: „Das ist eine Mischung aus Schnaps, Qualm und Konfetti. Klingt unseriös, ist aber so.“
LeFly: Das sind sechs aufrechte St. Paulianer, „offen und kollektiv glücklich“. Sechs Mucker- und Schlucker-erfahrene Schnacker mit dem süffisant norddeutschen Schalk, die das Gebot der Kiez- Religion verstanden haben. Die den Melting Pot St. Pauli mit jeder Facette leben. Und deshalb Musik machen, als ob alle Genres der Popkultur nur einen Zweck kennen: vermischt zu werden. „Der Menschenclash auf St. Pauli ist einmalig“, sagt Band-Rapper Schmiddlfinga. „Immer Tausende verschiedene Leute unterwegs. Daraus resultiert eine Offenheit, die wir auch für unsere Musik suchen. Und dass alles so’n büschen dreckig ist.“ So trifft sich bei ihnen Rock und Reggae. Ulk und Unruhe. Funk und Punk. Raps und Refrainchöre des Wahnsinns. Leidenschaft und Liebesbezeugnisse an den Irrsinn. Flitzeflinkes Turntablizm und Gaspedale im Grenzbereich. Ein Blick auf LeFly genügt, um zu wissen: Die Jungs haben Style – auch wenn keiner weiß, wie man den nennen könnte. Ganz wie bei der Musik, die ja auch so klingt, als hätte der Gott der Pop-Schubladen neue Einbauschränke bestellt.
Woher kommt das alles: Style, Stilignoranz, Steilgehen im Spotlight? „Auf unserer Seite haben wir den unschlagbaren Punkt der Selbstüberschätzung, die uns alle durchs Leben treibt“, glaubt Drummer Robsi. „Was man da sieht, das sind wir.“ „Leider“, ergänzt Schmiddlfinga noch. Im Ergänzen liegt ihr Geheimnis. Denn leFly ist ursprünglich die Vermählung einer drückenden Rockband und eines MC-/DJ- HipHop-Gespanns. Diese Hochzeit vollzog sich 2005. Einige Umbesetzungen später – zweien wurde es bei diesem Clash der Ideen dann doch zu bunt – standen leFly wie eine Eins: Neben Schmiddlfinga und seinem DJ Benni Barfuss waren noch Robsi und Sänger Hampi von der ursprünglichen Rockband sowie die beiden später Rekrutierten, Basser Bastus und Gitarrist Henrixyz, mit an Bord.
Seitdem hat Hamburg begriffen: ein LeFly – Konzert vergisst man so schnell nicht. Fragen Sie nur die letztjährigen Besucher des Reeperbahn Festivals, des Rockspektakels, des Schanzenfestes, des Campus Hamburg Open Air, der Altonale. Oder die vielen Zehntausend, die sie 2010 beim Hafengeburtstag, beim Surf Festival Pelzerhaken, beim Deichbrand und beim Dockville Festival oder auf dem Heiligengeistfeld beim Public Viewing von „Schland gegen die Aussies“ sahen.

Pünktlich zum Release von „St.Pauli Tanzmusik“ am 01.10. wird die Band den gesamten Oktober mit Das Pack auf Deutschland-Tour (TERMINE) verbringen.
Anderes Ding: Albumproduktion. Jene erfolgte 2009 in den Tao Studios in Hamburg. Eine Kracherpeitsche nach der anderen kam aufs Band, Ergebnis: High-Energy-Irrsinn. Mit Melodien, die man auch nach einem St. Pauli-Auswärtssieg noch rückwärts schunkeln kann. Mit Beats, die den Hintern hysterisch machen. Mit Raps wie schneidige Hafenwinde im Morgengrauen. Mit Songs, die kamen um zu bleiben. Und einem Humor, dem sie selbst attestieren, „angenehm bescheuert“ zu sein. „Trotzdem liegt dem Ganzen, auch jedem Text, jeder Songidee, eine gewisse Ernsthaftigkeit zugrunde. Aber das laute Augenzwinkern: Das sollte man möglichst mitschneiden“, weiß Robsi. Dazu höre man nur die soeben veröffentlichte erste Radiosingle, den echten Song-Fetzer „No Tan Solo“, eine Abgeh-Rakete zwischen Rock, Rap und Ska.

Gibt es denn so etwas wie eine Botschaft dieser Musik gewordenen Adrenalinschübe? „Das Endprodukt sollte immer sein, dass sich Menschen in den Armen liegen“, sagt Robsi. Und Schmiddl ergänzt: „Dann spüren wir Liebe.“

St. Pauli Tanzmusik

St. Pauli Tanzmusik

Album
Label: Lacrima Records
Artist: Le Fly
out: 01.10.2010

No Tan Solo

No Tan Solo

Single
Label: Lacrima Records
Artist: Le Fly
out: 17.09.2010